absolut unpersönlich

Donnerstag, 6. November 2014

warum ich arbeiten gehe, hommage

umtrieb. ich erwache mit dem gefühl, seit langem das haar nicht gewaschen zu haben, stelle mich eilig unter die dusche um festzustellen, dass vorgestern einen monat her zu sein scheint.

warum ich arbeiten gehe, hommage.

ich gehe arbeiten, weil ich mich nicht unterkriegen lasse von dem diktat, soundsoviel energie zu haben und keinesfalls mehr. weil meine limitierte freizeit auf ein effizienzmaximum anschwillt, das selbst an adrenalinigsten reisetagen noch seinesgleichen sucht. weil ich jedem ruhemoment ungeteilt gehöre und sich kein scheussliches stressziehen im magen mehr einstellt - es ist ohnehin alles zu spät.
weil also diese metrik des 9-17.30 meine renitenz herausfordert und es sich nicht mehr dumm anfühlt, mal bis nach 10 zu pennen am wochenende - weil allgemein die freie zeit am wochenende einen davon abhält, jemals wieder einen fuss in ein einkaufszentrum zu setzen und nur mit starker einschränkung in einen supermarkt. weil ich, um zufrieden zu sein damit, umwege gehen muss und nicht mehr das tun kann, was alle tun und sich die ganze alltägliche infrastruktur auf ihr essentielles zügiges funktionieren verdichtet. ich räume so jeden tag auf, nicht unbedingt in der wohnung, die ich nur noch im dunklen sehe, so doch aber jeglichen vorgang. jede routine will nun getilgt werden mit einem kleinen stück möglichem chaos und unvorhergesehenem, was sich unvermittelt einstellt, wenn ich es nur erlaube.
weil es nicht wahr ist, dass arbeit einen ruhig stellt, wenn man sie nicht lässt.

p.s.: weil sechs aneinanderhängende stunden schlaf sich so erholsam anfühlen wie seinerzeit ein wochenende zwischen bett und badewanne.

Dienstag, 27. Mai 2014

...

es wird nicht mehr besser:

- feststellen eines zustands der völligen zufriedenheit

ODER

- ängstlicher ausspruch beim festhalten an einer alten gewohnheit

Montag, 14. April 2014

verheißung

"L’alcool et les femmes m’ont fourni, avouons-le, le seul soulagement dont je fusse digne. [...] la vraie débauche est libératrice parce qu’elle ne crée aucune obligation. On n’y possède que soi-même, elle reste donc l’occupation préférée des grands amoureux de leur propre personne. Elle est une jungle, sans avenir ni passé, sans promesse surtout, ni sanction immédiate. Les lieux où elle s’exerce sont séparés du monde. On laisse en y entrant la crainte comme l’espérance."

Albert Camus, La Chûte (récit), Paris 1956, p. 120.

die maßlosigkeit im hedonistischen prisma gesehen bietet einen straf- und verheißungsfreien raum, und ist unendlich facettenreich in ihrer wiederholung. wer auf der suche nach sowas wie glück ist, etwas zu schwach vielleicht für seine einsamkeit, dabei aber festhaltend am wissen, dass es anders viel schlimmer wäre, ist sicher in der position, sich gemeinhin als hohl geltenden exzessen hingeben zu können. es gibt aber keine bedeutungslosigkeit, besonders nicht in nutzverhältnissen, deren bedeutung ist ja klar mit dem nutzen verwoben, sie bieten nur keine verheißung: also erfüllung, die irgendwann sich einstellen wird, niemals aber im hierundjetzt. es sieht nach verbitterung aus, wenn sich jemand dem verwehrt, was man potentiell ihm verhieß - selten nach dem, was es eigentlich ist: dass ich mich ungern gegen etwas verlieren sehe, was ich nicht im griff habe. selbstliebe.

Mittwoch, 26. März 2014

oefter mal

das zählt nicht/gilt nicht! beschließen, wenn nur versucht und nicht nachhaltig gedacht wurde. die manie, erfahrungen und überhaupt getanes zu sammeln (ich hab ja schonmal) und das mit wissen zu verwechseln - du bist eben nicht "die summe deiner" dings, die macht dich bestenfalls zu einer anekdotenjukebox.

"gilt nicht" fühlt sich natürlich naiv an, da es ja voraussetzt, man warte auf das echte absolute, also was vorstellungsgebundenes, außerdem gibt es bekanntlich wenige größere lügen als "einmal ist keinmal", aber darum gehts jetzt nicht. sondern: seine halbherzigkeit und sein auf halber strecke zurückrudern anzuerkennen zumindest sich selbst zuzugeben, etwas nicht richtig auf sich genommen zu haben.

Sonntag, 2. Februar 2014

"don't say goodbye before you leave."

ok.

Freitag, 20. September 2013

...

Ich konnte heute 2 Formen der Eingenommenheit (von sich selbst) unterscheiden.

Die erste erscheint geziert und ist doch demütiger als die zweite, welche offen wirkt und umso moralischer ist.
Angehörige ersterer Gruppe fallen durch einen gewissen Elitismus auf und durch Selbststilisierung, hervorgehend aus einer Minimalisierung der eigenen Möglichkeiten, deren Ausübung sich auf gründliches Bedenken aller Details des Lebens gründet. Das mag oberflächlich aussehen, versteckt aber einen Kern an gewissenhafter Nachdenklichkeit, die einen in das geistige Alter der eigenen Großeltern hineinversetzt, die daraus resultierenden gemeinschaftlichen Unveträglichkeiten kann man sich entsprechend ausdenken.
Der zweite Typ ist in dieser Hinsicht ein soziales Chamäleon, das durch seinen Überblick und der Sicherheit, Recht zu haben trotz eigener Unzulänglichkeiten höchstens dann Gefahr läuft anzuecken, wenn er auf Seinesgleichen trifft. Dieser Mensch hört in ehrlichen Momenten den Satz: "Man merkt, dass du weißt, dass andere dich für intelligent halten" und zeigt Spuren des Ertapptseins.

Welcher der beiden den schwereren Kopf mit sich trägt, ist nicht zu beurteilen. Sicher ist, dass zwischen beiden Polen starke Konzentrationsunterschiede auftreten, der introvertierte Gegen-Alles-von-sich-Eingenommene ist öfter verteilt und gehemmt in seinen Aktivitäten, weil sowieso alles von zu vielen Kleinigkeiten abhängt, während der nach Außen Strahlende durch seine universale Rechthaberei großzügig erscheinend über vieles hinwegsieht und damit sehr viel unbefangener seinen Kram angeht, gleichzeitig sich jedes Urteil vorbehält.

Die Arroganz des ungerecht Behandelten, der sich dessen bewusst ist, oder die Überlegenheit des positiven "Zynikers" - beides absolut vertretbare Gründe, sich gut zu finden und weiter daneben trotzdem nicht liegen zu können.

Sonntag, 2. Juni 2013

Lebensmottopotential

Pretending not to care???? NO! Care not to pretend!

Samstag, 4. Mai 2013

Spanien

solche situationen, die uns auch im vertrauen schwer zu schildern vorkommen, weil sie einen nicht nur nicht gut dastehn lassen, sondern auch für einen selbst unerklärlich erscheinen, stehen in direkter verbindung mit dem stolz. dummheit und stolz sind aus einem holz sagt man, was sicher stimmt, aber viel weiter geht. stolz ist nicht nur motor für unreflektiertes, peinliches handeln, als impuls betrachtet ist er ein schutzmechanismus, der nur eines möchte: seinen großartigen, wunderschönen sensiblen charmanten ausgefallenen host all die liebe, würde und aufmerksamkeit zu verschaffen, die er verdient hat (der host), und er verdient unendlich viel davon. dass er (der stolz) sich dabei aufführt wie die rassistische karrikatur eines bewohners der iberischen halbinsel ist kaum seine schuld, da er lediglich das beste wollte.
es ist ein entgegenkommendes hilfsmittel, seinen stolz zu allegorisieren, weil dies tatsächllich erklärungen erleichtert und dennnoch keine verantwortungen verschiebt. was es verschiebt, ist der fokus, weg vom unmöglichen verhalten im destruktiven autopiloten hin zum mangel. das gefühl, bei der kuchenverteilung leer ausgegangen zu sein, auch wenn man eigentlich schon satt war und bereits 3 desserts in seinem friedhof von bauch begraben hatte... mehr für sich wollen,und das würdevoll, triumphierend, trifft sich unwillkommenerweise mit der erniedrigung.
ein paar jahre ist er nicht aufgetaucht. schön dich wiederzusehn, mein freund, du kannst was erleben, denn: ich weiß jetzt, wer du bist.

Samstag, 6. April 2013

Erfüllungsfragen

Kindheits- und Jugendwünsche sich bewahrheiten sehen, einige Jahre zu spät, ist erstmal natürlich berrauschend, abschließend nicht selten enttäuschend. Was schade daran ist: der Komplex der früheren nicht-Erfüllung lastet noch schwer und zu schwer, um ungeteilt erwartungsfrei sich dem neuen Ereignen hingeben zu können. So gibt es zunächst vielleicht einen mentalen High5! mit dem jüngeren Ich - das allweise Lehnstuhl-Ich drängt sich irgendwann aber nach vorn und bedeutet zu Recht: das wusstest du doch alles schon vorher. Es gibt Zeiten für Wunscherfüllung, die schlicht keinen Bezug mehr zum eigentlichen Wunsch haben und nur noch eins provozieren: das schale Ende einer langen Täuschung. Wer wunschfrei lebt, lebt sicher auch dauererfüllt.
Was nicht heißt, dass ü30jährige nun den Flug nach DisneyWorld absagen sollten - eine Verbindung zwischen Wunsch mit eigener Aktualität herzustellen allerdings schon. Wünsche, gerade körperliche, gehen vernunftgesteuert den Weg des eigenen Verfalls, außer vielleicht bei zur Lächerlichkeit verkommenen Gestalten wie Anthony Hopkins in "You'll meet a tall dark stranger" von Woody Allen (2010), der eher noch unter Millionenverlusten ein knackiges Callgirl heiratet, als zu seiner faltigen Exfrau zurückzukehren und die Konfrontation gerade mit der Tochter mit dem Trotz eines schon längst überführten Kleinkindes durchsteht.
Der Trick ist vielleicht, sich, an Stärke und Geist gewinnend, beim Erfüllen ehemaliger Launenhaftigkeiten nicht zu sehr über die Schulter zu schauen und versuchen, dabei nicht alles mitnehmen zu müssen. Denn sonst haben auch die Wünsche keine Chance, sich weiterzuentwickeln.

Montag, 21. Januar 2013

Verblassen

Zwischen der Schwäche und der Stärke eines Menschen liegt kaum mehr als der Wille seines Gegenübers.

Was wir hier lesen

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Distanzierung

Sollte sich hier ein fragwürdiger Link befinden, so bitte ich den rechtskundigen Überprüfer anzuerkennen, dass ich auf keines der verwiesenen Erzeugnisse irgendeinen nennenswerten Einfluss habe.

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