sociofobia

Montag, 13. Juli 2015

sociofobia scène 928

"yes i came alone,
vulnerable.
i came alone,
unprotected.
i came opened
to meet you all."

lili reynaud dewar (my epidemic)

Dienstag, 26. Mai 2015

sociofobia scène 927

Wie alle Menschen bin ich schließlich Ergebnis des Zwischenzustandes, der genauso unecht wie die Zeit ist, die verstreicht und die kleinen Kratzer, die bleiben im Vortex unsrer unklaren Begegnungen.

(in Anlehnung an Álvaro de Campos)

Montag, 5. Mai 2014

sociofobie scène 926

zwischenmenschliche scheußlichkeit, irgendwo gefunden zwischen indigniert sein und selbsterkenntnis: das abarbeiten eines komplexes an einem freund.

Dienstag, 22. April 2014

sociofobia scène 925

Fairness am Ostermorgen: Abweg von der ebenen Straße des Appetits in den Urwald des Fraßes.

Donnerstag, 25. Juli 2013

sociofobia scène 924

opfer, abgesehen von lexikalisch vorgeprägten begriffen wie "flutopfer", sind in wirklichkeit moralwächter und -bestrafer. sie genießen ihren opferstatus: bescheiden aber rechthaberisch, geprügelt aber würdevoll. es wird ihnen, obwohl man sie von den beispielsweise erdbebenopfern abgrenzen müsste, ein ähnlicher kreditrahmen an beschwerden eingeräumt, ein allgemeiner ausnahmezustand ist ihnen jederzeit zu gewähren.
opfer sind dann keine mehr, wenn sie ihre persönlichen sackgassen auch als solche begreifen und nicht als unaufgearbeitete vergangenheit einordnen. ich habe keine lust, das zu relativieren, denn de facto passiert tatsächlich nichts, wenn man ruhen lässt, was nicht zu ändern ist. auch historisches interesse daran ist nur bedingt zielführend, denn der mensch hat besonders bei reflektierten gewohnheiten tendenz, an ihnen festzuhalten, da er sich um ihrer unentwurzelbaren verwirkung mit dem eigenen ich umso bewusster ist.
ich habe angst vor opfern, klar, denn es gefällt ihnen, anderen ihren status schmackhaft zu machen und grundsätzliche beschädigungen, die eigentlich alle in einer form in sich tragen, bei mir festzustellen und herauszuschälen. in den ersten phasen des opferkontakts sprechen wir wahnsinnig viel über die jeweiligen kindheiten, sexualkontakte, eltern, soziale beziehungen. unter dem codeword "gemeinsame selbstreflexion" kann das unter umständen jahrelang laufen - am ende steckt man gegenseitige sensibilitätsgrenzen ab, hält diese fließend und behandelt sich grob und übervorsichtig gleichzeitig. das problem dabei ist, dass ein opfer kein problem damit hat, anderen eine gewisse macht über sich zu geben, das gehört zur opfertypischen demut. sie haben das geübt und begreifen das als stärke, was klar ist: wenn ihnen jemand in die kerbe haut, haben sie alles recht, um sich zu treten und zu vernichten. ein reflexionsverführtes nichtopfer wiederum sieht sich in einer ähnlichen situation reduziert auf die früchte einer nacht am tresen.
kein opfer von opfern werden...

Sonntag, 12. Mai 2013

sociofobia scène 923

Irgendwo gefangen zwischen Misstrauen und Mitteilungsbedürfnis,
dem Warten und Verschließen
lege ich mehr Erwartung in den jeweiligen Abend
als ins kommende Jahr

Freitag, 15. Februar 2013

sociofobia scène 922

"Jeder Mensch trägt eine Maske, was der Antike seine Schuld nannte."
- Iwan Goll, Vorwort zu "zwei Possen: Die Unsterblichen", zitiert nach Pörtner, Paul, Experiment Theater, Zürich 1960, S. 54.

1. Jeder ist schuldig,
2. Jeder verbirgt's und damit ist
3. Jedermanns Schuld offenbar.

Montag, 28. Januar 2013

sociofobia scène 921 - Nachtrag zum Martinstag

Manchmal spüren andere was in dir, das über ihr Bewusstsein hinaus geht. Das könnte sie natürlich anregen, zum Nachfragen drängen, und wer teilt nicht gern, was er hat, wenn er weiß, dass er auch gemeint ist.
Nur: Eigentlich will der andere gar nichts davon wissen. andere glauben, es sei sowas wie erstrebenswert, "zynisch" zu sein (sagen sie lustigerweise über sich selbst: "achtung! ich bin sehr zynisch"), und haben längst alle hoffnung aufgegeben, auf irgendeinem gebiet zu punkten, das mit langjähriger geduld verbunden ist und dessen erschließung in der "gesellschaftlich dafür vorgesehenen zeitspanne" "versäumt" wurde. dazu gehört das jurastudium, ein instrument beherrschen, fremdsprachen lernen, kinder bekommen oder eine aufrichtige beziehung zu den eltern aufzubauen. - über derartig komplexbehaftete und ihre kompensationsstrategien könnte man bände füllen. ich beschränke mich hier aufs wesentliche: nostalgisch, ohne, dass diese nostalgie sich auf tatsächlichkeiten bezöge, fühlt man sich gedrängt, wege um diese gebiete zu finden und sich trotzdem auszukennen. da geht der snobismus los (die trauben, die zu hoch hängen, schnell anlesbare pfiffige argumente, verachtende gesichtsausdrücke..), und damit greift die erkenntnis, nicht wegen mangelhafter ausdauer, sondern wegen zu viel intelligenz einer sache nicht gewissenhaft nachgegangen zu sein. - jedenfalls, zeigt sich denen mal so jemand wie du, der all diese komplizierten sachen drauf hat und dabei nicht wie ein völliger trottel mit maultaschen im haar und zahnpastaresten im mundwinkel daherkommt, so bist du sofort opfer dieser "zyniker". sie erkennen nämlich ganz gut deine fähigkeiten, deine ausdauer und damit deine relative "zynismus"-ferne. sie nageln dich fest auf ihrer ebene, der des begrifflich zerfaserten diskurses, welcher solange gepflegt wurde, wie du klavier geübt und mit schweden geschwätzt hast, und da können sie dich schlagen. sie werfen dir im prinzip ihr kreuz vor, finden dich nicht ehrgeizig genug und kennen alle wege, die du für deine weitere gefühlsmäßige und intellektuelle oder künstlerische entwicklung beschreiten müsstest. ihr theoriehybris drückt dich in die kleinliche vorstellung von ausgelebtem potential, die mit deinen bedingungen vor ort nichts gemein haben. du weißt doch selbst, dass du tust was du tust, weil du nichts anderes wollen kannst und jede lorbeere kaum mehr als ein zufälliges nebenprodukt abfällt - und du weißt, dass, wird an dich geglaubt, meistens nur wieder jemand glaubt, er wisse es besser.

Sonntag, 16. Dezember 2012

sociofobia scène 920 (reststück)

und denk nur einmal
klingelte ich dich raus um drei uhr nachts und du sagtest mir, ich störte nicht
(verflucht noch mal, und ich wollte doch stören)

sociofobia scène 919

wenn man auf einer staubrücke steht, um allein zu sein, ist die uhrzeit dabei völlig gleichgültig: man hört keinerlei verkehrerei hinter sich, fixiert man nur deutlich die strudel unter sich.

Was wir hier lesen

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- ihr seid alle gemeint

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Sollte sich hier ein fragwürdiger Link befinden, so bitte ich den rechtskundigen Überprüfer anzuerkennen, dass ich auf keines der verwiesenen Erzeugnisse irgendeinen nennenswerten Einfluss habe.

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