Mittwoch, 7. August 2013

tapez tapez

in getriebenheit oszillierend zwischen todmuedigkeit und unermuedlichkeit hole ich nach einer zeit in sevilla nach landung in paris kurz luft: paris plages, eine neue erfindung, die die leute auf transats an den ufern sortiert und ihnen das gefuehl gibt, dass auch naherholung in der verpesteten atmosphaere moeglich ist. aus der absoluten singlewohnung im 11. arrondissement ist meine neue vertrauensbasis der hauptstadt entwachsen.
am naechsten morgen klingelt der wecker um viertel vor 4 und es geht mit umstaendlichen nachtbussen, in denen und vor denen die toeuf der noch nicht geendeten nacht fortgesetzt wird, zur porte maillot und den bus nach beauvais zum dritten mal diese woche, 16 euro die man gerne behalten haette aber man fuegt sich der ueberorganisation der ryanairflughaefen, um die sich eine ganze kleinunternehmerei gebildet hat, und wenn ich auch nicht einschlafe und eher friere unter der brutal angeschalteten klimaanlage bin ich froh, nach erholsamen aber zu wenigen 4 stunden schlaf nicht nachdenken zu muessen. alles ist darauf angelegt, reibungslos abzulaufen, und ich lasse mich durchschleusen, dass ich gar nicht mehr mitkriege, wie versucht wird, scratchlotery unter die leute zu bringen.
in bergamo gelandet fahre ich hinauf in diesen faustschlag an fast unertraeglicher mittelalterlichen malerischen miniatur, auf einen berg gekroent und selbstgenuegsam sich nach unten ausbreitend. werde ein paar minuten durch die stadt gefuehrt, hoere bei einer pause in einem der kloester (gleichzeitig priesterseminar) lautest nightwish ueber den hof schallen. die lange reise, die noch vor mir liegt, namentlich in weniger als 24 stunden unten in der stiefelspitze sein zu wollen, nimmt mir die ruhe fuer ausfuehrliche betrachtungen.
es geht also durch wieder fast nicht glaubwuerdige landschaftliche szenerien nach mailand mit einem bummelzug, dann mit einer frecciarossa nach rom. hier sehen meine fuesse fuer ein paar stunden tageslicht und sind wie die nacktschnecken, die man aus marmorbaenkenritzen kriechend nachts in sevilla beobachten konnte: ein bisschen eklig, aber gluecklich ueber die zumutbaren temperaturen, etwas langsamer als sonst sich raekelnd.
in rom ist freie bewegung moeglich, irgendwie erleichtert in vertrautheit angelangt zu sein und nur noch einen zug vor sich zu haben, wenn auch den schlimmsten, geht es fuer einen aperitiv in alte lieblingsviertel wo auch nach kaum 2 minuten verweilen sich neue zweifelhafte bekanntschaften anschliessen...
mein antiker nachtzug geht von roma tiburtina. ich bin eine stunde frueher dort um mich mit kaffee ein bisschen auszuruesten vor der 7stuendigen nachtfahrt und komme erst mal nicht aus dem bahnhofsgebaeude, bis mich ein sicherheitsmann, der erst nur aus der ferne immer wieder ruft: signora, è chiuso di là und damit gar nicht hilft, mich hinausbegleitet. draussen ist dann literary nichts mehr ausser dunkelheit und gestalten, die sie suchen, ich finde irgendwo eine bar, nehme einen caffè freddo und bin froh um ein bisschen licht. heimeliger wird es, als ich doch noch einen amaro del capo eingeladen werde.
waehrend ich mich also auf meinem sitz halbwegs ausstrecke, die klimaanlage foehnt wie sie nur kann und wir natuerlich zu fuenft im abteil sind, frage ich mich, warum ich mir diese strecke immer so antue - da werden raucherabteile fuer schlaflose geschaffen, kleine babys mit ihren muettern liegen zusammengekauert zwischen polizeibeamten und deren gegenteilen, toiletten sind bereits beim zusteigen in rom voellig unzumutbar und schlaf ist sowieso nicht prima, da alle 2 stunden angehalten wird und neue sonnenverbrannte gesichter (je suedlicher wir halten kommen) zusteigen, einem ins abteil schauen und ab salerno auch den sechsten platz noch besetzen. meine ohren sind draussen und hoeren das schleifen der raeder ueber den schienen und das stolpern "tu te tapes encore ça tu te tapes tu te tapes" droehnt es durch die sitze in den schaedel.

die naechste siesta findet nach gelungener ankunft am folgenden abend in mandaradoni statt.

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