Mittwoch, 22. September 2010

Wo Wohnen?

Was wäre meine Zeit in Frankreich nur ohne Unordnung.
so kam es, dass man mir ein neues Zimmer in einer noch nicht fertiggestellten Künstlerresidenz im Stadtzentrum zusicherte. Ja, das gilt immer noch. Nur sind die Bauarbeiten noch nicht so weit... Zwar steht in jedem Stadtblättchen was von sich öffnenden Toren, aber geht man dort vorbei, so probieren die Bauarbeiter gerade die Klingeln aus.
Also wohne ich aus meinen Koffern da und dort. Gestern noch im arabischen Viertel beim Freund und ab heute in der PAPPSTADT. Ein im Art Déco Stil gehaltenes Stadtplanungsprojekt der 80er/90er Jahre, was nie so ganz gelungen ist, aber, hinter dem im Stadtzentrum befindlichen Einkaufszentrum POLYGONE, trotzdem, schwungvoll ANTIGONE getauft, als etwas überteuerte Afterwork-Meile fungiert. Aus dem 6ten Stockwerk besehe ich die Verwaisung dort unten und den lila Himmel

übrigens, heute sieht man JUPITER

--- und hüte gerne für die ausgeflogene Freundin 10 Tage ihre 4-Zimmerwohnung. Eine nette Abwechslung zum sonst hier sehr beliebten wohngemeinschaftlichen Gammelcharme oder dem pragmatischen 1-Raumtraum der französischen Jungs.
Mittwoch morgens Bauernmarkt, sonst wie gesagt übertriebene (übrigens Sozial-) Wohnbauten, Restaurants, Ärzte, Coiffeure und ein Käsemann. Unter dem Fensterbrett 3 Holzkatzen,

was auch ganz angenehm mit dem Beginn dieses Abends kontrastiert: Da war ich nämlich zu Besuch bei der ü50-Ausgabe des Gammelcharmestudenten, Bücher gucken. Der braucht keine Tapete, so viele hat er. Und drei Katzen, echte, die sich ganz wunderbar ins intellektuelle Durcheinander einfügen konnten. Über die Rotweinströme muss ich also nicht berichten, noch weniger über den sehr dürftig auf französisch vorgetragenen Celan. Aber, und ich hatte fast schon wieder vergessen, dass es sie gibt: Mal wieder ein richtig schöner Gedichtevorlese-Musikhör-Abend in der passensden Umgebung, die ich hier in einem Jahr finden konnte.

Wie auch immer, Pappstadt. Damit der Abstand zwischen den sich gegenüberliegenden Häusern nicht zu erdrückend weit vorkommt, sind großzügig säumende Kiefern und Zypressen gepflanzt worden, denen ich von hier locker auf die Krone spucke. Das Ganze ist halb Afrika, halb Orient-romantisch gehalten und gewinnt was Pseudogroßstädtisches durch sein pompöses und vollständiges Kücheninventar. Naja, sie hat eine gute Ausrede, hier zu wohnen. Und ich zum Glück gerade auch.

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